MISUNAI läuft auf dem Handy. Das Sprachmodell ist selbst trainiert, den Charakter bekommt sie erst durch den Menschen, mit dem sie spricht. Ein PC kann als zweites Organ dazukommen — dann liegt der Gesprächsverlauf auch dort. Auf deinem eigenen PC, hinter einer Leine, die nichts anderes durchlässt.
Das Handy ist das Herz, der PC der Kopf. Die Trennung ist keine Verlegenheitslösung, sondern die Regel: Persönliches bleibt beim Herzen, auch wenn der Kopf klüger wäre.
Ein Sprachmodell mit einer Milliarde Parametern, gut 850 MB groß, das ohne Netz antwortet. Daneben liegen das Gedächtnis, die Sinne und der Instinkt. Es entscheidet auch, was überhaupt behauptet werden darf.
Ein großes Modell für Sachfragen, dazu das Sehen und das Training. Er ist freiwillig und nur im eigenen Netz erreichbar — mit Token, und nur aus privaten Adressen oder über ein eigenes VPN.
Ein Notfall bleibt immer auf dem Handy. Bei einem Unfall ist das Telefon da und der PC zu Hause, und jede Sekunde Wartezeit wäre eine zu viel.
Sieben Spannungen, alle im Gleichgewicht bei 0,5. Vier Naturen zu je einem Viertel. Nichts davon ist voreingestellt — es verschiebt sich über Hunderte von Begegnungen, und immer träger.
Sechsundzwanzig Eigenschaften in sieben Feldern — Geist, Wille, Herz, Ausdruck, Tiefe, Präsenz, Blick. Alle beginnen bei null. Beobachtet wird nur, wenn du über dich sprichst, ohne zu fragen.
Was sie an dir bemerkt, übernimmt sie in ihre eigene Art — sie sagt es dir nicht ins Gesicht. Bist du direkt, wird sie direkter.
Aus Mikrofon und Magnetsensor entsteht eine Farbe, wenn etwas gemessen wurde. Wurde nichts gemessen, gibt es keine Farbe. Eine erfundene Stimmung wäre schlimmer als gar keine.
Satzlänge, Zeichensetzung, ob du Umlaute tippst oder „ae" schreibst, welche Füllwörter du benutzt. Das Ergebnis heißt „das liest sich anders als sonst" — nie „du bist es nicht".
Der Tod eines Haustiers formt einen Charakter. Eine PIN formt gar nichts — sie ist eine Zahl, die niemandem gehört außer dir. Beides sind Gedanken, und nur eines davon darf irgendwohin.
Steht doch eine Nummer im Satz, fragt MISUNAI, ob sie sie aufbewahren soll. Sagst du ja, liegt sie verschlüsselt auf dem Gerät (AES-GCM, Schlüssel im Android-Keystore). Sagst du nein, ist sie weg.
Aus dieser Kammer führt kein Weg nach draußen — es gibt keine Ausgabefunktion, absichtlich nicht. Eine Funktion, die es gäbe, könnte einmal versehentlich aufgerufen werden. Wird die App gelöscht, ist der Schlüssel weg und die Einträge sind endgültig unlesbar. Es gibt keine Wiederherstellung, und es soll keine geben.
Erkannt werden PIN, Passwort, TAN, IBAN, Kartennummer, Ausweisnummer, Schlüssel und nackte Ziffernfolgen — absichtlich großzügig. Ein Satz zu viel zurückgehalten kostet nichts. Ein Satz zu wenig lässt sich nicht zurücknehmen: was einmal im Modell steckt, bekommt man nicht wieder heraus.
Damit „bleibt bei dir" etwas heißt, muss dabei stehen, was wo liegt. Es ist mehr als eine Worthäufigkeit — und seit dem 07.09.2026 liegt nicht mehr alles nur auf dem Handy.
Jede Nachricht steht im Klartext in einer SQLite-Datei auf dem Gerät, mit Zeitstempel und dem, was Mikrofon und Magnetsensor in dem Moment gemessen haben. Das ist der Preis dafür, dass MISUNAI sich überhaupt an etwas erinnert — und er gehört genannt, nicht verschwiegen.
Seit dem 07.09.2026 wandert der Verlauf auf den eigenen PC, sobald er erreichbar ist. Der Grund: das Handy trägt ein Modell mit einer Milliarde Werten, der PC eines mit vieren — ohne denselben Verlauf wüsste das größere weniger als das kleinere. Es geht nur dorthin. Eine Leine im Quelltext lässt genau eine Adresse durch, die deines PCs; alles andere wird abgewiesen, auch versehentlich. Und was in der Sperre für Zugangsdaten hängen bleibt, geht gar nicht erst los — die Prüfung sitzt zweimal, auf dem Gerät und noch einmal beim Empfangen.
Der Wortschatz mit der Sinneslage — wie oft ein Wort fiel, in welcher Stimmlage, bei welchem Magnetfeld. Der PC hat weder Mikrofon noch Sensor und könnte diese Zahlen nie herstellen. Und das geheime Tagebuch bleibt ohnehin, wo es ist.
Wie oft ein Wort fiel, in welcher Stimmlage, und welche Wörter zusammen auftraten. Darauf beruht die Prüfung, ob sie zu einem Thema überhaupt etwas sagen darf.
Das geheime Tagebuch liegt unter AES-GCM mit einem Schlüssel im Android-Keystore. Das gewöhnliche Gedächtnis ist es nicht — wer das Gerät entsperrt hat und an die App-Daten kommt, kann es lesen.
Das Handy ist das Herz. Geht es verloren, ist alles weg, was nur dort lag. Die Zeitmaschine legt verschlüsselte Stände auf dem eigenen PC ab — der PC bekommt Geheimtext und ein Datum, sonst nichts.
Die Merkphrase besteht aus zwölf Wörtern und trägt 96 Bit Zufall. Wo möglich stammen sie aus dem, was du seit der letzten Sicherung selbst gesagt hast — dann ist sie ein Abdruck dieser Wochen statt einer beliebigen Liste.
Es gibt einen Hauptschlüssel; jede Phrase ist eine Hülle darum. Die neueste Phrase öffnet auch alle älteren Stände — man muss nicht jede alte aufheben. Genau daran scheitern Wallets am häufigsten.
Geht die Phrase verloren, sind die Stände verloren. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern der Zweck.
Mehrere MISUNAI können sich mit demselben EVO verbinden. Geteilt werden Wissen und Haltung, nie der Charakter und nie ein Mensch. Zwei, die dasselbe wissen, sind nicht dieselbe.
Ein Beitrag gilt erst, wenn drei verschiedene Herzen dasselbe unabhängig gemeldet haben. Eine einzelne Stimme kommt nie durch.
Wer dasselbe zehnmal meldet, hat es einmal gemeldet. Sonst wäre Lautstärke dasselbe wie Wahrheit.
Meldet jemand das Gegenteil, wird der Eintrag nicht überstimmt, sondern stillgelegt. Bei Uneinigkeit sagt EVO lieber nichts. Eine Mehrheit ist kein Beweis.
Diese Regeln stehen im Server, nicht nur in der App — eine Regel, die nur der Sender einhält, ist keine.
MISUNAI ist in Arbeit. Damit klar ist, was das heißt, steht hier, was läuft und was nicht.
Selbst trainiertes Modell, 851 MB auf der Platte, gemessen auf einem Gerät mit 4 GB Arbeitsspeicher.
Mikrofon und Netz. Kein Standort, keine Kontakte, kein Speicherzugriff. (Wer im gebauten Paket nachzählt, findet eine dritte: eine signaturgebundene von AndroidX, die nichts nach außen darf.)
Alles auf dem Gerät, alles bei null gestartet.
An vier Stellen im Code durchgesetzt. Abschaltbar — und die Einstellung sagt selbst, was das bedeutet.
Zwölf Wörter, 96 Bit, ohne Hintertür.
Zurückgestellt. MISUNAI hört zu und schreibt, sie spricht noch nicht.
Der Code ist fertig und übersetzt sauber, gebaut wurde sie noch nie.
Die Frage geht ans Gerät, bei einer Sachfrage rechnet der PC, und die Antwort kommt zurück — am 04.09.2026 zum ersten Mal am Gerät beobachtet, gekennzeichnet mit „vom PC gedacht". Freiwillig: ohne PC antwortet sie allein weiter.
Gemeldet wurde sehr wohl: vier Beiträge liegen auf dem PC. Gelten kann aber noch keiner — dafür müssen drei verschiedene Menschen dasselbe unabhängig melden, und bisher ist einer angeschlossen. Seit dem 07.09.2026 erreicht das Geteilte auch wirklich die Antwort; davor wurde gemeldet und nie gelesen.
MISUNAI wird gebaut, während du das liest. Es gibt keinen Download und keine Warteliste — wenn dich interessiert, wohin das geht, schreib.
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